Ein herzliches Dankeschön an unsere Sponsoren:











Aus der Festschrift "40 Jahre BV Tannengrün Steinberg"

 

Die Gründungszeit

Für die Gründung eines Burschenvereins gab es in Steinberg Anfang der 60er Jahre wohl mehrere Gründe. Zum einem sah man, dass Burschenvereine bei Festlichkeiten in der Umgebung immer mehr teilnahmen, zum anderen wurde die 1963 von Sebastian Scharf eröffnete Gaststätte im ehemaligen Schloss bald Treffpunkt vieler junger Burschen und es entstand eine "Clique" gleichaltriger. Diesen jungen Burschen entstand nun der Gedanke, so einen Burschenverein auch in Steinberg zu gründen. Federführend waren hier von Anfang an die "Hauser Boum", vor allem der schon verstorbene Josef Hauser. Aber die Gründung ging auch nicht problemlos vonstatten. In der Steinberger Bevölkerung gab es viel Widerstand und so manches Gründungsmitglied war der Meinung, dass zwei Drittel der Steinberger gegen einen Burschenverein seien. Aber man fand auch viele Gönner und Fürsprecher für die Burschen und einer von Anfang an war Georg Öchsner ("Zimmermo Girgl") und so wurde am 19. Januar 1964 der Verein gegründet. Über den Namen der Burschen war man sich auch schon einig. In Diskussion waren eine Zusammensetzung mit "Eiche", aber solche Vereine gab es bereits, oder "Glück Auf". Dieser Vorschlag wurde letztendlich wegen mangelnder Kooperation von seitens der Bayerischen Braunkohlenindustrie (BBI) ebenfalls abgelehnt. Schließlich entschied man sich für den von Rudi Baumer gemachten Vorschlag "Tannengrün". Welchen Sinn und Zweck der Burschenverein nun hatte, kann man aus der ersten Seite des Protokollbuches ersehen: "Fürderung der Kameradschaft". Wer nun von der ersten Stunde an dabei war oder ob der eine oder andere erst etwas später zu den Burschen gekommen ist, darüber lässt sich heute noch streiten, aber diese aufgeführten Namen sind aus dem Protokoll des Vereins entnommen.

Die sechzehn Gründungsmitglieder : Josef Hauser, Gerhard Scharf, Josef Maurer, Albert Hauser, Rudolf Baumer, Karl Zender, Arnold Jobst, Günther Meier, Siegmund Fritsch, Peter Sandner, Erhard Meier, Engelbert Handl jun., Josef Woppmann, Georg Steinbauer, josef Heimerl und Franz Wiendl

Im Januar 1964 kamen weitere vier Mitglieder hinzu:

Alfred Spandl, Josef Jobst und Kurt Woppmann

Somit war der Burschenverein "Tannengrün" Steinberg offiziell gegründet worden und er ist mit seinen 45 Jahren Bayernweit einer der jüngsten überhaupt. Viele Burschenvereine sind schon Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet worden oder sogar noch im 19. Jahrhundert. Dies deutet schon auf große Tradition hin, jedoch muss zwischen den politisch motivierten Burschenschaften und den späteren freien Burschenschaften unterschieden werden. Denn schon damals wie auch heute noch ist die Jugend die treibende Kraft mit neuen politischen und sozialen Ideen. 1815 zum Beispiel wurde in Jena die erste deutsche Burschenschaft gegründet, wobei man die Farben für die Fahne "Schwarz Rot Gold" wählte, was später ja bekanntlich zur Nationalflagge wurde. Immer mehr Burschenschaften entstanden, die für mehr Freiheit, Nationalismus und soziale Gerechtigkeit eintraten. 1819 beschließt man bei einem Kongress in Karlsbad Universitäten strenger zu beaufsichtigen, die Presse zu zensieren, das Turnen zu verbieten und die Burschenschaften aufzulösen um die bei der Bürgerschaft aufkommenden Ideen, welche hauptsächlich der Jugend zuzuschreiben waren, im Keim zu ersticken. Nach der Revolution 1848 verschwanden dann die primär politisch orientierten Burschenschaften, aber die Zusammenschlüsse von Burschen, also von jungen unverheirateten Männern, blieben erhalten.

Nach dem ersten Weltkrieg begann wieder eine Zeit des sozialen Umschwungs. In dieser Zeit blühten überall im Land weltliche oder auch freie Burschenvereine auf. Diesen schlug aber weit mehr Ablehnung entgegen als bei den Steinbergern rund fünfzig Jahre später. Auch die Kirche beobachtete die Burschenbewegung recht skeptisch und es entwickelten sich kirchliche Eigenbewegungen, die offen in Konkurrenz zu den Burschen traten: Katholischer Burschenverein, Concordia, DJK und auch Kolping als Gesellenverein. Nun, genau diese Probleme hatte auch unser Verein zur Gründungszeit in unserem Dorf. Am 31. Mai 1964 wurde der DJK Sportverein gegründet und die beiden neuen Vereine im Ort waren sich nicht recht "grün", wenn auch dies beider Vereinsfarben war und bis heute ist.

Einer der Ursachen hierfür war sicherlich Pfarrer Michael Gschwendtner, dem "Vater" der DJK, der natürlich lieber die jungen Leute beim Sportverein als bei einem geselligen Abend im Wirtshaus gesehen hätte und vor allem wenn schon, einen Katholischen Burschenverein ins Leben gerufen hätte. Die Ablehnung ging sogar so weit, dass er die neue Fahne, welche der junge Verein bereits nach einem Jahr Bestehen anschaffte, nicht weihen wollte. Erst als sich die Burschen an den Wackersdorfer Pfarrer wendeten, lenkte der Ortsgeistliche, damals erst kurz Pfarrer geworden, ein. Es ist allerding schon beachtlich, dass sich die Steinberger Burschen schon ein Jahr nach der Vereinsgründung an solch eine Aufgabe wie die Fahnenweihe wagten. Die Vorstandschaft des Gründungsverein bestand damals übrigens aus dem 1. Vorsitzenden Josef Hauser, seinem Stellvertreter Albert Hauser, dem Günther Meier als 1. Schriftführer bzw. ab September Franz hauser, diente. Das Amt des 1. Kassiers wurde von Peter Sandner übernommen, sein Stellvertreter wurde Arnold Jobst. Kassenrevisor ist Josef Ippisch gewesen und Josef Woppmann wurde zum Beisitzer ernannt. Bereits im Juni wurden eigene Vereinsbinder beschafft und man war schon sehr zahlreich auf den Festen und Tänzen von den umliegenden Burschenvereinen vertreten. Am 18. Juli fand schon das erste Fußballspiel "Jung gegen Alt" statt, welches die Alten (über 19 Jahre !!!) mit 0:6 verloren. Auch ein Theaterstück wurde geprobt und am 13. Dezember ist das Stück " Der Tauschhandel" uraufgeführt worden. Dieses Schauspiel hatte man auch in Neuenschwand und Neukirchen aufgeführt.

 

Am 10. Januar 1965 gab es die ersten Neuwahlen, wobei die Resultate allerdings noch im Beschlussbuch festgehalten wurden, sodass davon auszugehen ist, dass es kaum Veränderungen gab. Ab Anfang Februar begann man schon die Fahnenweihe vorzubereiten. Als Schirmherr hatte man sich Landrat Haschke auserkoren, Festleiter war Max Hauzenberger und Fahnenmutter wurde Rosa Fritsch. Die Festjungfrauen (zur damaligen Zeit hießen sie noch so) waren: Irene Koller (Hoferer), Marianne Fohringer (Jobst), Edeltraud Mosburger (Sandner), Maria Gleixner (Frankerl), Anita Handl (Süß), Elfriede Bauer (Fohringer), Resi Bauer (Dirmeier), und Albertine Woppmann (Thanei). Wie der eine oder andere Leser feststellt, hat der Burschenverein doch so manche Ehe zwischen aktiven Burschen und Festjungfrau gestiftet. Jedenfalls wurde das Fest am 11. Juni ein voller Erfolg.


 


 

Nach dem in jeder Beziehung gelungenem Fest, bei dem jeder Bursch bewies, dass er "etwas auf die Beine stellen" konnte, begann wieder der Burschen - Alltag. So führte man beispielsweise in diesem Jahr noch eine Kicker - Vereinsmeisterschaft durch, die damals Josef Mauerer und Engelbert Handl gewannen und die Vorbereitungen zum Theaterstück "der König der Berge" haben ebenfalls begonnen. Mit Werner Fischer trauerte man auch dem ersten Todesfall bei "Tannengrün" nach. Noch iM Dezember konnte der 50. Bursche (bei einer Vereinsgeschichte von einem Jahr beachtlich!) aufgenommen werden: Ludwig Gräf. 1966 gab es kaum außergewöhnliche Ereignisse: Teilnahme an Fahnenweihen, Fußballspielen etc. Hervorzuheben bleibt aber sicherlich im August das 4:5 gegen die Ingolstädter Gymnasiummannschaft von Jakob Scharf, der danach leider bei der Prüfung der Trinkfestigkeit gegen die Burschen verloren hatte und so die Nacht gleich beim 1. Vorstand Hauser Josef verbrachte.

Nach drei Jahren großer Aktivität folgte 1967 auf den Gründungsvorstand Josef Hauser Josef Ippisch als neuer Vorsitzender, der zusammen mit Loni Hauser auch zum Prinzenpaar gewählt wurde, als man einen Faschingszug durchführte. Wegen seiner Verdienste als Theaterregisseur wurde Josef Bittlinger als Ehrenmitglied aufgenommenund der nunmehr verheiratete Josef Hauser wurde Ehrenvorstand. In dieser Zeit fanden auch die "Maskierten Turn - Stunden" immer mehr Anklang, weshalb es mit dem "Rivalen DJK" zu einigen Reibereien kam. Die regelmäßig durchgeführten Burschenausflüge, wie 1967 an den Bodensee oder 1968 an den Tegernsee, etablierten sich ebenfalls im Vereinsjahr. Selbstverständlich durfte eine Kirwa mit Kirwabaum und Kirwaburschen nicht fehlen. Leider hatte der Verein auch den schmerzlichen Verlust des 2. Kassiers und Fahnenbegleiter Josef Hiltl zu beklagen, der bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte.

Die wilden Siebziger !

Die 1969 gewählte Vorstandschaft, bestehend aus dem 1. Vorstand Hans Karg, Stellvertreter Kurt Woppmann, den Kassierern Karl zender und Erhard Meier, Schriftführern Hans Mühl und Arnold Jobst sowie den Beisitzern Josef Ippisch, Josef Mauerer und Helmut Hauzenberger führte den Verein in die 70er. Von dieser Zeit gäbe es auch viele "Stückel'n" zu berichten. So kam es beim Theaterspielen in Pfreimd zu einer regelrechten Kartoffelschlacht. Sogar der Wirt des Vereinslokals "Wast" Scharf, durfte sich als Busfahrer auf einem Vereinsausflug betätigen, weil der Busfahrer wohl auch einen über den Durst getrunken hat.


Burschenausflug 1969 Salzburg

1971 wird Gleixner Herbert neuer Stellvertreter des Vorstandes und Banasch Willi neuer Kassier. Kritik wird in diesen Tagen an einigen neuen Kirwaburschen geübt, weil sie nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache waren. Im Jahre 1972 löst Heribert Rester Hans Karg ab, für Hans Mühl wird Werner Frankerl (Bub) neuer Schriftführer, der am 03.08.1972 festhält: "Es ist festzustellen, dass das Vereinsinteresse immer mehr schwindet". Dies schlägt sich u.a. im schwachen Besuch von Fahnenweihen, im mangelnden Engagemant der Kirwaburschen, im Nichtzustandekommen eines Theaterspiels und am schlechten Besuch des Heldengedenktages nieder. 1973 führt der damalige Gemeinderat Jakob Scharf erstmals ein "Spiel ohne Grenzen" durch, das vom burschenverein mit der Mannschaft Johann Mühl, Rudi Hauzenberger, Ewald Scharf, Willi Scharf und Josef Drexler gewonnen wurde.

Die Feier des 10 jährigen Jubiläums wird zunächst abgelehnt, dann doch in kleinen Rahmen beschlossen. Aber auch hier gab es Schwierigkeiten. Wegen schlechter Witterung musste das im Freizeitzentrum geplante "Festl" kurzerhand in den Fenzl Saal verlegt werden. Aber es kam noch "dicker". Vorstand Heribert Rester trat am 31. August 1974 wegen mangelnder Unterstützung zurück. Willi Scharf führte die Geschäfte bis zum Jahresende, ehe am 6. Januar 1975 Werner Frankerl zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. in der Märzversammlung beschloss man dann, dass auswärtige Burschen nicht im Verein aufgenommen werden können.

1976 übernimmt Josef Drexler den Posten des 1. Vorsitzenden. Ein Kickerturnier wird durchgeführt, das Dieter Scharf vor Josef Drexler und Manfred Wagner gewinnt. Ein Jahr später (im Juni 1977) tritt Josef Drexler zurück, 2. Vorsitzender Rudi Hauzenberger führt die Geschäfte weiter. Zum neuen Vorsitzenden wird 1978 Franz Trauner gewählt, sein Stellvertreter ist Martin Drexler, die beiden Kassiere Gerhard Binner und Michael Diermeier, die beiden Schriftführer Josef Drexler und Helmut Hummel. Im Mai wird bei einem Tanz die Rosenkönigin gewählt und der Antrag auf Kirwamoidln wird zurückgestellt. Im 15. Jahr des Bestehens, 1979 führte Bernhard Bittlinger den Verein. Rosenkönigin in diesem Jahr wird Edith Koller, das Kickerturnier gewinnt Manfred Wagner vor Reinhard Bittlinger und Josef Seebauer, der Vereinsausflug führt nach Lugano.

 


 

Burschenausflug nach Lugano

Die Achtziger !

1980 übernimmt Werner Frankerl zum zweiten Male den Verein. Stefan Weiß, Helmut Seidl, Michael Diermeier und Franz Kiendl besuchen mit der Kreisburschenvereinigung den Bayerischen Landtag. Der Antrag auch die Freundinnen mit nach San Remo fahren zu lassen, wird abgelehnt. Dass Bier, immernoch ein bayerisches "Lockmittel" ist, beweist der Beschluss im Mai, dass bei der nächsten Versammlung ein Fass Freibier augeschenkt wirds. Die steigende Besucherzahl hat dies wohl bestätigt. 1981 wird Franz Hauser Vorstand, Franz Kiendl sein Stellvertreter. Der Vereinsausflug führt nach Porec in Jugoslawien, bei der Fahradrally der Jungen Union belegt "Tannengrün" Platz 1 und 2. Der Mitgliederstand beträgt in diesem Jahr 28, wobei vier durch Heirat ausgeschieden und zwei Neue hinzukamen. Josef Seidl wird 1982 1. Vorstand, sein Vize ist Martin Drexler. Ein "unheiliger" Beschluss wird von den Burschen in diesem Jahr gefasst: die Freundinnen dürfen mitfahren. Allerdings kam das ursprüngliche Reiseziel nicht zustande.

Der 1983 wieder gewählte Vorstand Josef Seidl heiratet im Oktober, josef Fritsch führt den Verein in den restlichen Monaten des Jahres 1983, indem man 41 Mitglieder zählt (15 Beitritte !!!). Josef Graf wird neuer Vorstand im 20. Jahre des Bestehens, das am 20. Juli gefeiert wird, wobei der wenige Monate zuvor gewählte Bürgermeister Jakob Scharf im Saal des Vereinslokals Scharf die Festansprache hielt. Bei der JU Fahrradralley erringen Josef Graf, horst Binner und Josef Fritsch wieder mal Platz 1. Daniel Fendl heißt der neue Vorsitzende 1985. Man beschließt nach einiger Pause wieder einen Kirwabaum aufzustellen und nimmt wegen des Platzes Kontakte mit der Gemeinde auf. Der Vereinsausflug zur "Steinberger Hütte" ist ein voller Erfolg und 2. Vorstand Josef Graf erklärt im September seinen Rücktritt. Franz Scharf wird sein Nachfolger, der auch im januar 1986 zum 1. Vorstand gewählt wird. Mit viel Elan wurde von der neuen Vorstandschaft ans Werk gegangen und es werden einige Satzungsänderungen vorbereitet. Verbesserung des Images und Mitgliederwerbung sind die selbstgesetzten Schwerpunkte. Zahlreiche Aktivitäten wie Eisstockturnier, Spanferkelessen, Watterturnier und Kegelabende beleben das Vereinsleben. Dazu zählt auch das Ritteressen auf der Burg Falkenstein. Josef Graf und Horst Kaindl dichten ein neues Vereinslied. Unter der Leitung von Erika Rathgeb findet ein Tanzkurs statt. Erstmals wird wieder ein Kirwabaum ( nach dem Protestbaum des Vorjahres) aufgestellt. Der Baum steht wieder an seinem ursprünglichen Platz, im Hof der Schlossgaststätte Scharf. Auch beim erstmals wieder durchgeführten Faschingszug mit dem Prinzenpaar Bettina I und Fritz I sowie "Nachwuchswagen". Der Bürgermeister übermittelt bei der Generalversammlung 1987 ausdrücklich Dank für das gezeigte Engagement innerhalb der Dorfgemeinschaft. Hier wurde auch der bisherige Vorsitzende im Amt bestätigt und mit 31:4 Stimmen enschied man sich für die Feier des 25 - jährigen Jubiläums im großen Rahmen. Mit dieser Entscheidung begannen für die Burschen zwei Jahre harter und intensiver Arbeit.

Das Vereinsjahr 1988/89 stand voll im Zeichen der Vorbereitungen für das 25-jährige Jubiläum. In Vorstandschafts und Festausschusssitzungen sowie Mitgliederversammlungen wurden die letzten Details festgelegt. Um möglichst viel Werbung dafür zu machen, stiftete Franz Scharf sogar ein 30 - Liter Fass für den, der alle Festzüge in der Umgebung mitmacht. Neben diesen Festvorbereitungen liefen auch die Übrigen Burschenaktivitäten auf Hochtouren. Auch vereinsintern sorgt man für eine konsequente Haltung: bei der Generalversammlung am 6. Januar setzt man den Ausschluss von 14 Mitgliedern wegen Inaktivität und Desinteresse fest. Im März waren die Vorbereitungen fürs Fest endlich abgeschlossen und man hoffte, dass sich die intensive Arbeit gelohnt habe und es ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte werde. Ende April wurde nun auch offiziel der BV Büchelkühn beim Patenbitten als Patenverein gewonnen, die Burschenkirwa ist selbstverständlich standesgemäß gefeiert worden und vom 23-25. Juni war es dann endlich soweit: das 25-jährige Jubiläum des Burschenverein Tannengrün Steinberg e.V. Das 2000 Mann Zelt, welches hinter dem Fußballplatz aufgestellt wurde, war am Sonntag absolut überfüllt und die Musikanten machten Stimmung, dass der Festleiter Johann Obermeier und der Vorstand Scharf Franz die Gäste und Vereine zum Festzug "zwingen" mussten. Das Gründungsfest war ein großer Erfolg und eine kleine Entschädigung für den hohen Aufwand, der in der Vorbereitung betrieben wurde. Erneunt haben die Burschen bewiesen, dass sie in der Lage waren, großartiges zu leisten und es profitierte nicht nur der Burschenverein sondern auch die Gemeinde Steinberg von diesem Gründungsfest. Aber das Vereinsleben ging weiter und Zeit zur Erholung blieb kaum. Die Vorstandschaft plante schon die Nachfeier für alle Helfer des Gründungsfestes sowie einen ordentlichen Vereinsausflug, bei dem sich die Burschen, Ehrenmitglieder und Festdamen entspannen können. Außerdem begannen im Herbst die Vorbereitungen für die "Maskierten Turnstunden" und es stand auch noch eine Brauereibesichtigung ins Haus. Das Jubiläumsjahr beschloss man mit einer ausgiebigen "Jahresabschlussfeier" für alle, die zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen haben.

 


v.l.n.r.: Festleiter Johann Obermeier, Fahnenmutter Rosa Fritsch und Vorstand Scharf Franz

 

Die 90er Jahre

Bei den Neuwahlen 1990 wurde Christian Obermeier zum neuen 1. Vorstand gewählt, sein Stellvertreter war Trauner Rudolf. Die Kassiere waren durch Achim Schmidmeier und Thanei Mathias, die Schriftführer durch Graf Johann und Jobst Marco besetzt. Des Weiteren saßen in der Vorstandschaft Thomas Knerer, und Rester Stefan als Fahnenträger, Süss Jochen, Forster Ludwig und Hartwig Wolfgnag als Beisitzer sowie Scharf Franz, Hummel Helmut und Obermeier Johann, die das Amt der Kassenrevisoren inne hatten.

Nach dem Festjahr 1989 war ein gewisser "Durchhänger" beim Burschenverein festzustellen. So hatte man Ende 1990 zwar 76 Mitglieder, jedoch waren davon über 20 Burschen extrem ausschlussgefährdet. Ebenfalls die in den 80ern überfüllten "Maskierten Turnstunden" wurden immer schlechter besucht. Das schon länger geplante Eisstockturnier musste mangels Beteiligung abgesagt werden. So hielt man sich daran, zumindest die eigenen Veranstaltungen wie "Kehraus", Kinderfasching, Fischessen und KBV Veranstaltungen wie Kegel- und Fußballturnier mit Engagement anzugehen. An der Kirwa begeisterte vor allem der mit großem Erfolg aufgeführte Kirwatanz. Absolutes Highligt 1990 war aber mit Sicherheit der Vereinsausflug nach Loret de Mar in Spanien. Den mitgereisten Burschen, Festdamen und Ehrenmitglieder wird dieser Ausflug mit Sicherheit noch lange Zeit in Erinnerung bleiben. Als Dank für die Patenschaft am Fest überreichte der Burschenverein den Büchelkühner Burschenverein, der sein 30 - jähriges Jubiläum feierte, eine zweite "Liesel".

Im darauf folgenden Jahr gingen die Probleme aber genauso weiter wie 1990. Die Besucherzahlen der "Maskierten Turnstunden" und auch der Faschingsbälle waren weiterhin sehr gering, wobei hierfür der Golfkrieg eine wesentliche Ursache war. Den "Kehraus" lies man komplett "ins Wasser" fallen". Bei der Kirwa wurde zum ersten Mal um den Kirwabaum getanzt. An dieser Stelle sei Frau Erika Rathgeb für den jahrelangen Einsatz als Tanzlehrerin für den Burschenverein herzlich gedankt. Der härteste Schlag für den Burschenverein war die Schließung des Vereinsheimes Schlossgaststätte Scharf. Als Ersatz hierfür wurde das Gasthaus Gräf als neues Vereinsheim gewählt, womit das Vereinsleben wieder auf Hochtouren lief.

Die aus der Einweihungsfeier resultierende Brauereibesichtigung bei der Brauerei Naabeck führte damals Herr Rasel persönlich durch. Dass die Burschen so manches kulinarische Schmankerl nicht verschmähen, bewiesen sie 1991 mit der ersten Vatertagswanderung zum "Hallerwirt" nach Oder, welche bis heute Tradition hat. Auch bei der Speisenwahl an der Jahresabschlussfeier hatte man mit gebratenen Schweinerippen und hierzu Pfannkuchensuppe Mut zum Außergewöhnlichen.

Der 1992 im Amt des Vorstandes bestätigte Christian Obermeier musste feststellen, das der Burschenverein in Sachen Mitgliederbeteiligung, -zahlen und Vereinsfinanzen weiterhin eine Talfahrt macht. Die eigenen Veranstaltungen, die Geld einbrachten, wurden immer schlechter besucht. Bei der Jahreshauptversammlung wählten die Burschen mit Graf Daniel einen neuen Stellvertreter für den 1. Vorstand. Der 1. Kassier verblieb ebenfalls im Amt, sein Stellvertreter wurde durch Forster Ludwig neu besetzt. Als Schriftführer ging Thanei Mathias und Woppmann Sandro hervor, die Aufgabe der Fahnenträger übernahmen wieder Knerer Thomas und Falter Richard. Obermeier Wolfgang, jobst Marco und Oberndorfer Roland fungierten als Beisitzer und die Kassenrevisoren wurden durch Haller Josef, Obermeier Johann und Scharf Franz gebildet.

Dass die Vorstandschaft trotz dieser Misere unbeeindruckt gute Arbeit leistete, ist bemerkenswert. Es bleibt eigentlich nur das Motto des Faschingszuges von 1992 "Respekt vor solchem Leid" zu sagen. Bei der Anmeldung zum Wandertag übernahm sich der Vorstand mit 50 (!) gemeldeten Teilnehmern des Burschenvereins wohl etwas. Tatsächlich wanderten nur der Vorstand und Manfred Stangl. Auch im neuen Vereinslokal wurde die Kirwa wieder gefeiert. Probleme gab es Anfangs nur bei dem Platz für den Kirwabaum, aber auch bekamen die Burschen auch das in den Griff und so wurde, nach Absprache mit dem Wirt "Boder Luck" im Biergarten ein loch gegraben.

Aber 1992 leistete der Burschenverein eine außerordentlich gute Pressearbeit. Beim Besuch des Weinfestes in Inglheim lieferten die Burschen besonders "aktive" Mithilfe bei einer Berichterstattung des öffentlich - rechtlichen Fernsehens zum Thema "Probleme mit Alkohol". Der Beitrag wurde sogar später gesendet.

Der Verein stand vor dem Problem, dass seit längerer Zeit kein einziges Neumitglied
mehr aufgenommen wurde. Als Folge daraus entschloss man sich
bei der Jahreshauptversammlung 1993, bei der übrigens Kammerl Martin als
neuer 2. Kassier hervorging, aktive Mitgliederwerbung zu betreiben und die
jungen Burschen gezielt auf eine Mitgliedschaft im Burschenverein anzusprechen
bzw. zu überreden. Die Maßnahme hatte Erfolg, binnen 12 Monaten waren
10 Neuzugänge zu verzeichnen. Finanziell jedoch hatte der Burschenverein
1993 große Probleme, und so entschloss man sich, um die gebeutelte Kasse
etwas zu schonen, keinen Vereinsausflug in diesem Jahr zu halten. Das gegrabene
„Kirwa-Baum-Loch“ wurde ausbetoniert und die Burschen betrieben
an der Kirwa die Bar selber, womit sich die „Kirwa“ letztlich finanziell die
Waage hielt.


Um wieder Geld in Kasse zu bringen, wurde eine neue Veranstaltung des
Burschenvereines eingeführt, die „Plattenparty“. Bei anderen Vereinen schon
längst ein großer Erfolg, konnte sich auch das Ergebnis der ersten „
Plattenparty“ in Oder des Burschenverein Tannengrün Steinberg e. V. mehr
als sehen lassen. Seither wird diese Veranstaltung jedes Jahr im Sommer mit
anhaltendem Zuspruch abgehalten. Um die Mitgliedszahlen stabil zu halten,
wurden von der Vorstandschaft kleinere Anerkennungen an die Mitglieder
wie z. B. zeitweilig Freibier an den Monatsversammlungen oder Grillen am „
Hexenbergl“ eingeführt.
Bei den Neuwahlen 1994 wurde Christian „Oich“ Obermeier abermals zum
1. Vorstand gewählt, womit ihm seine dritte Wahlperiode bevorstand. Seinen
Stellvertreter Graf Daniel bestätigten die Burschen ebenfalls in seinem Amt.
Der 1. Kassier ist durch Kammerl Martin, sein Stellvertreter durch Stangl Armin
besetzt worden. Den Papierkrieg durften Stefan Hottner und Thanei Mathias
als Schriftführer übernehmen und als Beisitzer bestimmten die Mitglieder
des Vereins Friedrich Achim, Woppmann Sandro und Jobst Marco. Als
Kassenrevisoren prüften Oberndorfer Roland, Obermeier Wolfgang und Haller
Josef die Arbeit der Kassiere. Beim Faschingsumzug in Steinberg beteiligte
sich der Burschenverein mit dem Motto „Die Steinberger Mafia“. Leider
war die Statik des Wagens wohl doch nicht so gut durchdacht und so löste
sich der Wagen schon nach der Hälfte der Strecke auf. Den Burschen war es
egal und feierten weiter.

In diesem Jahr begingen auch viele Burschenvereine ihr Bestehen, wie beispielsweise
Bubach am Forst, Winkerling, Pechbrunn und Katzdorf. In Katzdorf
beteiligten sich die Steinberger sehr zahlreich, obwohl oder vielleicht
auch gerade weil in Steinberg „Kirwa“ war. Damit diese „Kirwa“ wieder attraktiver
und reizvoller für die gesamte Bevölkerung des Dorfes wurde, entschloss
man sich, die „Kirwa“ erstmals „o´zu´spiel´n“. Diese Aktion am
Nachmittag des Kirwasamstag´s ist bis heute sehr erfolgreich, auch wenn es
so manchen Burschen schon nachmittags in die Knie zwingt. Die katastrophale
Pleite an den maskierten Turnstunden der vergangenen Jahre versuchte
man, mit Erfolg wohl gemerkt, durch zwei Plattenparty´s auszugleichen. Diese
Plattenparty am „Steinberger See“ etablierte sich inzwischen als eine der
größten im Landkreis und so hatte der Burschenverein auch genügend finanzielle
Reserven, um das „30-jährige“ Bestehen im kleinen Rahmen mit Kirchenzug,
Gottesdienst und anschließendem Kameradschaftsabend begehen zu
können. Der Vereinsausflug 1994 führte den Burschenverein vier Tage auf
die Ruselhütte bei Deggendorf. Dort spielten die Burschen zum Zeitvertreib „
Neunerl´n mit Folter´n“ und die Mitspieler hatte immer eine Maß Bier am
Tisch stehen, nicht zum Trinken, aber um die gefolterte Hand zu kühlen.
Im darauf folgenden Jahr ging es weiter bergauf mit dem Burschenverein. Es
war wieder Geld in der Kasse und die Mitgliederzahlen stiegen auch stetig
an. Ein Grund hierfür war mit Sicherheit, dass keine Mitglieder mehr wegen
mangelnder Beteiligung oder fehlendem Interesse ausgeschlossen wurden.
Die Plattenparty boomte weiter und sie war gar nicht mehr wegzudenken aus
dem „Event-Kalender“ in unserer Region. Die Gäste murrten teilweise sogar,
warum nur eine in diesem Jahr gehalten werde. Auch das „Kirwa o´spiel´n“,
welches diesmal mit einem Wagen und nicht mehr als Fußgruppe durchgeführt
wurde, ist immer besser von den Bürgern Steinberg´s angenommen
worden. Auf dem Vereinsausflug auf der Ruselberghütte haben die Burschen
abermals das Vereinsjahr „Revue“ passieren lassen. Die Weihnachtsfeier in
jenem Jahr war ebenfalls sehr lustig. Es war wohl für den Nikolaus ein langer
Tag, denn als er die Burschen besuchte, ließ seine Fitness sehr zu wünschen
übrig und er lag nach fünf Minuten unter einem Tisch. Erst nach Hilfe von
zahlreichen Burschen konnte er aus dieser misslichen Lage befreit werden.
1996 ließ sich Christian Obermeier nach 6 (!) Jahren Vorstand nicht mehr für
das Amt aufstellen. Als Nachfolger wurde Graf Daniel, als 2. Vorstand Hottner
Thomas, bestimmt. Die weiteren Ergebnisse der Neuwahlen: 1. Kassier
Stangl Armin, Stellvertreter Zwicknagel Torsten, 1. Schriftführer Stefan Hotter,
Stellvertreter Stangl Marco, 1. Fahnenträger Martin Öchsner, Stellvertreter
Oberndorfer Ralf.

Des Weiteren waren Christian Obermeier, Jürgen Koller und Stephan Wagner
Beisitzer und Achim Schmidmeier, Mathias Thanei und Christian Späth bekleideten
das Amt der Kassenrevisoren. Die neue Vorstandschaft ging guter
Dinge ans Werk. Am Faschingsumzug der FG Seelania, mit der man beim „
Kehraus“ und beim Kinderfasching hervorragend zusammenarbeitete, traten
die Burschen als „OB´s – in der Regel sind wir voll!“ auf. Der Verein musste
aber so einige Rückschläge verkraften. Beispielsweise bis dahin einzigartig
war, das ein Bursche mehrere Diebstähle aus den Fahrzeugen beim „Kirwa-
Baum“ umschneiden und beim „O´spiel´n“ machte und dieser aus dem Verein
ausgeschlossen wurde. Aber die Plattenparty verlief wieder einwandfrei
und so beschlossen die Burschen in diesem Jahr, auch ein Ritteressen zu besuchen.
Der Vereinsausflug zur Ruselberghütte, welcher zum dritten Mal in
folge stattfand, endete damals für einige Burschen vor dem Amtsgericht in
Straubing. Aber zur Beruhigung sei gesagt, dass jene Burschen nur als Zeugen
dort auftraten.


Für so manchen „Schwank“ sorgte der Vorstand. So vergaß er zum Beispiel
mal die Sitzung, oder er schnitzte Holzfiguren anstatt die Plattenparty vorzubereiten
oder er stellte still und heimlich den „Vorstandskoffer“ dem 2. Vorstand
vor die Tür, was soviel bedeutete wie „halt du die Monatsversammlung,
ich hab keine Zeit“. Aber nachdem er 30l Freibier an der Weihnachtsfeier
stiftete sah man getrost über diese kleinen „Schnitzer“ hinweg.
Der Burschenverein entwickelte sich weiterhin prächtig. 1997 verreisten die
Burschen gleich zweimal. Einmal ging es wieder mal auf die Ruselberghütte,
die inzwischen schon Tradition hatte, zum anderem beteiligte sich der Burschenverein
zusammen mit den Natur- und Angelfreunden am Weinfest in
Bubenheim. Die „Kirwa“ und die Plattenparty verliefen auch den Erwartungen
entsprechend. Die Burschen trafen sich oft zum Kegeln, Schwimmen
oder zum Go-Kart fahren. Es sollten auch neue Burschen – T- Shirt´s und
Pullover angefertigt werden, aber man konnte sich noch nicht über ein Motiv
oder der Beteiligung von Sponsoren einigen. Für Aufregung unter den Burschen
sorgte damals ein Polterabend. Dass der Burschenverein für sein
„polter´n“ bekannt ist, war dem Bräutigam eigentlich klar, aber sie ließen es
halt besonders krachen und flogen „hochkant“ vom Polterabend raus. Nach
einigen Gesprächen aber wurde auch der Vorfall aus der Welt geschafft.

Der Leser wundert sich sicher an dieser Stelle, was eigentlich mit der Kreisburschenvereinigung
Burglengenfeld los ist. Nun ja, die Steinberger nahmen
an allen KBV-Veranstaltungen teil, aber das Abschneiden bei den Turnieren,
sei es Kegel- oder Fußballturnier, war mehr schlecht als recht. Auch in dieser
Hinsicht wollte die Vorstandschaft etwas unternehmen, aber speziell beim
Fußballturnier gab es immer Komplikationen. Entweder die Burschen spielten
so schlecht, dass sie in der Vorrunde rausflogen oder sie spielten gut, hatten
aber aufgrund von roten und gelb-roten Karten nicht mehr die notwendige
Anzahl der Mitspieler für das Halbfinale oder gar das Finale. Somit bleiben
die Ergebnis nie besonders erwähnenswert.
Bei den Neuwahlen 1998 ist mit Thomas Hottner ein neuer 1. Vorstand gewählt
worden. Seinen Stellvertreter bekleidete der heutige Vorstand Andreas
Stangl. Armin Stangl und Oberndorfer Lothar betätigten sich als die neuen
Kassiere, Stangl Marco und Frankerl Michael als Schriftführer. Die Burschenfahne
wurde ab diesem Jahr von Stefan Gleixner oder seinem „Vize“ Schmidt Christian
getragen. Hottner Stefan, Graf Daniel und Pohl Stefan als Beisitzer und Schmidmeier Achim,
Thanei Mathias und Späth Christian als Kassenrevisoren machten die Vorstandschaft 1998
komplett. Die hohe Aktivität der Mitglieder im Vergleich zu den Vorjahren wurde von unserem
1. Bürgermeister Jakob Scharf lobend erwähnt, wobei er seinen Unmut über die Wirtsleute an der „Kirwa“ ausließ. Am Faschingsumzug war das Motto „
Nieder mit Bill Clinton – Jackl an die Macht!“. Die Vorstandschaft beriet
sich auch gleich zu Beginn des Jahres über den Vereinsausflug. Nach mehreren
Jahren „Hütte“ sollte nun endlich mal was Neues her. Außerdem sollte
die sportliche Talfahrt des Vereins beendet werden, und so traf man sich jeden
Sonntag zum Hallenfußball spielen. Die T-Shirts und Pullover wurden
gekauft.

 


 

Burschen beim Steinberger Faschingszug 1998

Es wurde 1998 nicht nur eine Plattenparty, sondern auch eine Schlagerparty
gehalten. Um die Arbeit der Burschen auch zu belohnen, wurde die jährlich
abgehaltene „Nachfeier Plattenparty“ im Freizeitzentrum mit 120l Freibier
und einer gegrillten „Spo´Sau“ gefeiert. Das Ziel des Vereinsausflug stand
ebenfalls fest: die Adria-Küste in Kroatien. Der Verein übernahm die kompletten
Fahrtkosten sowie die Übernachtung. So machten sich an einem lauen
Sommerabend 18 Burschen auf den Weg, um nach Porec auf der Halbinsel
Istrien zu fahren. Auch komische Orte wie „Kmeti Meti“ sind besucht
worden, auch wenn es heute keiner mehr wissen will. Ganz blass im Gesicht
wurden der Vorstand und der Kassier allerdings, als sie sich zum Abrechnen
mit dem „Oderner Wirt“ für die Schlagerparty und Plattenparty trafen.
So haben die Burschen zum Auf- und Abbau der beiden Veranstaltungen
38 (!) Kisten Bier getrunken. Davon hätte man noch eine Veranstaltung
ausrichten können.
Ein weiterer Höhepunkt im Steinberger Vereinsleben stand 1999 ins Haus:
die „FG Seelania Steinberg“ hatte es geschafft, den „Ostbayerischen Faschingszug“
nach Wackersdorf zu holen. Selbstverständlich durfte der Burschenverein
bei dieser „Gaudi“ nicht fehlen.
Mit dem Motto „Die Steinberger Seeräuber“ und einem Faschingswagen
inklusive 6m Mast und Segel machte man sich auch bei unwidrigen Umständen
auf den Weg nach Wackersdorf. Um sich die Zeit bis zum Beginn
des Umzuges zu vertreiben, kehrten die Burschen kurzerhand in ein Familienhaus
beim Aufstellungsplatz ein.
Die Familie war sehr zuvorkommend und verköstigte die Gesellschaft mit
Bier und Schnaps. Selbst Reste vom Mittagsessen wurden angeboten, aber
dies lehnten die Burschen dann doch dankend ab. Mit dem „Kehraus“ und
dem „Kinderfasching“ hatte der Verein zwar seinen Veranstaltungen im Fasching,
doch die Vorstandschaft plante auch schon, einen Burschentanz in
Steinberg stattfinden zu lassen.

1999 hatte der Burschenverein auch seinen 35. Geburtstag und es wurde lange darüber
diskutiert, wie dieser Geburtstag angemessen gefeiert werden sollte. Die Vorstandschaft
entschied sich, ähnlich wie beim 30-jährigen Jubiläum, eine Feier im
kleinen Rahmen zu organisieren und war sich eigentlich damals schon darüber einig,
beim nächsten runden Geburtstag des Burschenverein ein großes Fest zu veranstalten.
Der Vereinsausflug im diesem Jahr führte die Burschen nach Österreich, um genau
zu sein auf die „Scharlinger Ferienalm“. Ein Problem dabei war, dass sich die
Ausflügler komplett selber verköstigten mussten und somit alles für drei Tage auf der
Hütte mitführten. Das weitaus größere Problem aber stellten die Burschen bei der
Ankunft fest: die Hütte war mit dem Auto nicht zu erreichen. Allein der Aufstieg
(mit Lebensmitteln und ca. 200l Bier) von etwa 900 Höhenmetern auf die 1321 Höhenmeter
zur Hütte wird so manchen unvergesslich bleiben. Dafür hatte man einen
unvergleichlichen Ausblick auf die Berge......

 


Kroatienausflug 1998

 

Das neue Jahrtausend

Zur Jahrtausendwende standen dem Burschenverein auch wieder Neuwahlen ins Haus. Der 1.Vorstand,Thomas Hottner, sowie der 2. Vorstand, Andreas Stangl sind im Amt bestätigt worden.
Oberndorfer Lothar und Öchsner Martin waren die Kassiere, Koller Jürgen und Stangl Tobias
Schriftführer. Des Weiteren bildeten Huttner Christian und Schwarzenberger Mathias die Fahnenträger, Stangl Marco, Frankerl Michael und Obendorfer Ralf die Beisitzer. Als Kassenrevisoren wählten
die Burschen Dobler Dominik, Zwicknagel Torsten und Süß Jochen. Die Idee, einen
Burschentanz in Steinberg zu halten, ging dem Vorstand nicht mehr aus den Kopf,
und so organisierte er abends (am Bankerl!!!!!! – Handy sei Dank) den Faschingstanz
des Burschenverein Tannengrün Steinberg. Der erste Tanz seit langem war ein ordentlicher
Erfolg und so machte man sich daran, diesen im Jahr darauf gleich zu wiederholen.
Somit hatte der Verein neben „Kehraus“ und „Kinderfasching“ seine dritte
Veranstaltung im Fasching ins Leben gerufen.
Im Jahre 2000 beteiligte man sich ebenfalls an einer Neuheit im Steinberger Vereinsleben:
„Das erste Steinberger Seefest“. Die Gemeinde, allen voran unser Bürgermeister,
wollte ein Festival am „Steinberger See“ halten, welches so manchen anderen
Bürgerfest in nichts nachstand. Dies ist auch gelungen, zumal viele Steinberger Vereine
tatkräftig mit „anpackten“ und so zum Gelingen der Premiere beigetragen haben.
In diesem Jahr jedoch hatte der Vorstand aber mit vielen Problemen zu kämpfen. Es
ging soweit, dass von zwei Mitgliedern eine Entschuldigung in einem Steinberger
Betrieb fällig war, nachdem diese in einer unvergleichbaren Gestik seinen Unmut am
Kirwa - Montagmorgen äußerten. Kleinere Raufereien auf Festen und Burschenbällen,
ja selbst auf unserer Plattenparty, von solchen Burschen sind vom Großteil der
Vorstandschaft getragen worden. Bis zum KBV-Herbsttanz in Bubach. Dort hatte
man „das Fass zum Überlaufen gebracht“. Der Vorstand musste reagieren, nachdem
viele Burschenvereine den Ausschluss des „Burschenverein Tannengrün Steinberg
e. V.“ aus der Kreisburschenvereinigung gefordert haben.

Der KBV-Vereinsausflug nach „Gillamoos“ in Abendsberg ist von den Burschen gut
angenommen worden und führte sehr zu Belustigung des Vereinslebens bei. Des
Weiteren stellte sich Hottner Thomas wieder als Kassier innerhalb der KBV Vorstandschaft
zur Verfügung.

Im Januar 2002 trat der bisherige Vorstand nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden
an und die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: den Posten des 1. Vorstandes
übernahm Andreas Stangl, Bernhard Müller wurde sein Stellvertreter. Die Kassiere
wurden Zitzler Florian und Dauerer Tommy, die Posten der Schriftführer durch Koller
Jürgen und Stangl Tobias besetzt. Darüber hinaus wählten die Mitglieder Fritsch
Stephan und Bemmerl Niko als Fahnenträger, Wagner Stephan, Torsten Zwicknagel
und Fenzl Ronny als Kassenrevisoren und Thomas Hottner, Ralf Oberndorfer und
Leitner Christian als Beisitzer.
Den Faschingstanz musste man aufgrund des ausgebuchten Fenzl Saals „ins Wasser
fallen“ lassen. Am Faschingszug beteiligten die Burschen sich mit dem Motto „Die
Herren der Krüge“. Seit langer Zeit holte sich der Steinberger Burschenverein auch
wieder einen Meistpreis für die Beteiligung am KBV-Frühjahrstanz, welcher in Klardorf
statt fand und das KBV-Fußballturnier ist in diesem Jahr ebenfalls in Steinberg
abgehalten worden. Die Entscheidung über das „40-jährige“ Jubiläum ist auf einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung gefällt worden. Die Vorstandschaft legte
drei Konzepte vor und man beschloss da 40 jährige groß zu feiern.

Nun war es beschlossene Sache, dass in Steinberg 2004 ein großes Fest statt
finden würde und kurz darauf bildete sich auch ein Festausschuss. Als Festleiter
stellte sich der ehemalige Vorstand Scharf Franz zur Verfügung und als
Fahnenmutter wurde Sabine Handle für den Burschenverein gewonnen. Die
Zeit war sehr knapp, denn innerhalb zwei Jahren musste das Fest organisiert
werden. Auch die Suche nach Festdamen hatte begonnen. Mit Inseraten im „
Gmo´bladl“ und persönlichen Besuchen von Vorstand und Festleiter sind
auch diese innerhalb kurzer Zeit gefunden worden. Der Vorstand, nachdem
der Burschenverein auf dem KBV-Herbsttanz wieder den Meistpreis gewann,
stellte sich sogar als 2. Vorstand der Kreisburschenvereinigung Burglengenfeld
zur Verfügung. Hottner Thomas trat das Amt des 1. Kassiers innerhalb
KBV nicht mehr an.
Im darauf folgenden Jahr dankte der 1. Kassier aus privaten und beruflichen
Gründen ab und Hottner Thomas wurde zu seinem Nachfolger bestimmt. Ein
neuer Kassenrevisor musste ebenfalls gewählt werden, da Zwicknagel Torsten
heiratete und das Amt ebenfalls nicht mehr übernehmen konnte. Nicklas
Bernhard wurde dadurch in die Vorstandschaft gewählt. Der Festausschuss,
welcher in mehrere Arbeitskreise aufgeteilt wurde, arbeitete kontinuierlich
auf das Fest zu und brachte rasch gute Resultate hervor.

Das Programm, die Musik und der Ablauf war schon Mitte des Jahres in „
trockenen Tüchern“ und so konnte sich der Ausschuss mit der Detailarbeit
befassen. Schwierigkeiten traten jedoch bei der Suche des Patenvereins auf.
Nachdem die Büchelkühner Burschen (unser ureigener Patenverein) dankend
aus Gründen von mangelnder Aktivität ablehnten, versuchte die Vorstandschaft
den ältesten Burschenverein innerhalb der KBV für sich zu gewinnen,
den Burschenverein Deutsche Eiche Leonberg. Die Leonberger erklärten sich
gerne bereit, die Patenschaft zu übernehmen.
Trotz den Vorbereitungen für das große Fest musste auch das „normale“ Vereinsleben
weiter geführt werden. Die „Kirwa“ gestaltete sich schwierig, nachdem
das Vereinslokal am Samstag keine „Kirwa“ feiern wollte. Die Burschen
organisierten kurzerhand für den Samstag eine „Stoadl´Kirwa“, welche ein
Riesenerfolg wurde und sehr positiv von der Bevölkerung Steinbergs angenommen
wurde. Die Plattenparty feierte auch ihr „10-jähriges“ Jubiläum. Zu
diesem Anlass veranstaltete man zusätzlich eine „Schaumparty“. Diese war
aber nicht so der Hit und außer einigen einzelnen Personen interessierte sich
kaum jemand für die Unmengen an Schaum, welche den Vorhof des Gasthauses
Haller überflutete.
Zu Ende des Jahres wurde es Zeit, einen Kameradschaftsabend mit den Leonbergern
Burschen zu halten. Man fand sich im Gasthaus Haller ein, und feierte
bei Bier, Glühwein und ausreichender Brotzeit bis in die frühen Morgenstunden
und die beiden Vereine stellten fest, dass der „Youngster“ und der „
Oldtimer“ innerhalb der KBV recht gut zusammen passten.
Die Neuwahlen am 6. Januar 2004 ergaben folgende Neuerungen innerhalb
der Vorstandschaft: 1. Vorsitzender blieb Stangl Andreas, sein Stellvertreter
ist durch Suckert Alex neu besetzt worden. Die beiden Kassiere Hottner Thomas
und Dauerer Tommy stellten sich weiterhin zur Verfügung. Ebenfalls ist
der 1. Schriftführer in seinem Amt bestätigt worden, als seinen Stellvertreter
wählten die Mitglieder Nicklas Bernhard. Der 1. Fahnenträger ist Fritsch Stephan
geblieben, die Aufgabe des 2. Fahnenträgers übernahm Strassmeier
Martin. Als Beisitzer fungierten Jobst Marco, Oberndorfer Ralf und
Bernhard Müller. Die Kasse prüften Suckert Bastian, Georg Reiger und Späth
Christian. Das Vereinsjahr 2004 stand voll und ganz in den Zeichen des Festes
und es wurde energisch und mit viel Engagement darauf hingearbeitet.



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